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Einiges wissenswertes über die Leopardgecko Zucht von heute
Eigentlich ist an der Zucht nichts geheimes, man braucht lediglich ein Männchen und ein Weibchen die sich paaren, das Weibchen legt Eier, die man in einen Inkubator überführt und nach einigen Wochen erblickt ein kleiner Leopardgecko das Licht der Welt …
So einfach ist es leider nicht!
Für die Zucht von Leopardgeckos benötigt man folgendes:
Gute Ausgangstiere Grundwissen der Genetik Grundwissen der Inkubation Zeit Fingerspitzengefühl und Glück
Gute Ausgangstiere erhält man von Züchtern die sich seid Jahren der Linienzucht verschrieben haben. Solche Tiere kann man von Namhaften Züchtern oft auf Börsen oder direkt bekommen. Das derartiges Ausgangsmaterial für die Zucht vielfach um einiges teurer ist als der ganz normale Leopardgecko sollte jedem bewusst sein. Die Züchter haben viel Zeit und Liebe in die Zucht investiert. Oftmals einen erhebliche finanziellen Aufwand aufgebracht was die Zuchttiere, die Fütterung und die Zuchtanlagen betrifft. Zudem sollte man bedenken das Linienzucht sicht nicht mit 3 oder 5 Tieren bewerkstelligen lässt. Man erwartet von diesen Tieren eine gewisse Erbfestigkeit und die wurde über viele Generationen verfestigt. Hier bewahrheitet sich
ein alter Spruch:
Jeder Linienzüchter ist sich bewusst welche Arbeit und welche Zeit es gekostet hat die eine oder andere besondere Eigenschaft heraus zu züchten und erblich zu festigen. Diese Arbeit und Zeit schlägt sich auf die Preise derartiger Zuchttiere natürlich nieder.
Man sollte dies im Hinterkopf behalten wenn man derartige Tiere kauft. Von einem Hobbyzüchter der mit einem Trio züchtet wird man nie die genetische Stabilität erwarten dürfen wie bei einem Linienzüchter der 20 oder mehr Tiere der gesuchten Farbform oder Zeichnungsform in der Zucht hat.
Oftmals versuchen Hobbyzüchter ihre Tiere zu Fantasie Preisen anzubieten; eine wirklich plausible Begründung warum das entsprechende Tier so teuer ist, können solche Züchter nicht geben.
Linienzüchter die mit einer umfassenden Zuchtanlage und vielen genetisch gefestigten Tieren arbeiten, werden gern Auskunft über Stromverbrauch, Futterkosten, Tierärztliche Betreuung, Haltungskosten, Kosten durch Tier Zukäufe und dergleichen geben.
Dem Grundwissen und den Grundzügen der Genetik haben wir eigene Seiten gewidmet, da dieses Themengebiet sehr umfangreich ist. Wir sind bemüht diese Bereiche zu erweitern so dass sie halbwegs verständlich für den Laien bleiben.
Über die Inkubation von Reptilieeiern wurden einige Bücher verfasst so das wir hier nicht weiter darauf eingehen werden. Wir empfehlen zu diesem Thema besonders folgende Literatur:
An dieser Stelle möchten wir kurz einiges Interessantes über die Inkubation von Leopardgecko Eiern vermitteln.
Das Geschlecht der Leopardgeckos lässt sich in den ersten 14 bis 20 Tagen der Inkubation bestimmen und festlegen. Wir halten für die Fixierung des Geschlechts die ersten 20 Tage eine bestimmte Temperatur bei der Inkubation für den sichersten Weg. Kürzere Temperatur Phasen erbrachten oftmals Abweichungen und das Geschlecht wurde nicht zu 100Prozent fixiert.
Bei 25,6 bis 28,3 Grad wird das Geschlecht auf Weibchen fixiert.
Je nach Temperatur lässt sich auch die Farbe der Tiere steuern.
Bei niedrigen Temperaturen werden die Jungtiere dunkler, bei höheren heller. Auch ein kurzzeitiges starkes Abkühlen der Eier kurz vor dem Schlupf bewirkt das die Farbpigmente abwandern und die Schlüpflinge dunkler werden.
In diesem Zusammenhang möchten wir bemerken das auch die Temperatur bei der Aufzucht in den ersten 12 Monaten einen Einfluss auf die Farbe in Bezug auf das dunkler oder heller werden hat.
Bei der kritischen Inkubationstemperatur von 32,2 Grad werden die Jungtiere heller, weil die Farbpigmente abwandern und sich in den tieferen Hautschichten ablagern. Zum Beispiel begünstigt 28,9 bis 30,0 Grad die Farbform Lavendel Diese Spielerei mit der Temperatur erfolgt allerdings erst nach der Fixierung des Geschlechts.
Weder die Temperatur bei der Inkubation noch bei der Aufzucht der Leopardgeckos hat einen Einfluss auf das genetische Potential der Tiere, dies resultiert einzig und allein auf die Erbinformationen der Elterntiere.
Optimal ist die Einzelhaltung bei der Aufzucht von Jungtiere in den ersten 10 Monaten.
Besonders bei alle Farb- und Zeichnungsformen die mit Albinos kombiniert sind sollte man bedenken dass gerade diese Tiere empfindlich auf helles Licht reagieren. Simuliertes Mondlicht oder Dämmerungslicht reicht diesen Tieren aus um bei diesen geringen Lichtwerten Nahrung zu finden und zu erbeuten.
Albinos reagieren besonders empfindlich in den ersten 4 bis 5 Monaten auf helles Licht, sie kneifen die Augen zusammen und versuchen dem hellen Licht zu entkommen.
Alle Albinozuchtformen gehen auf die Tiere zurück die 1996 in Pakistan gefangen wurden und an verschiedene Züchter weltweit gingen. Durch die Linienzucht mit diesen Tieren sind die heutigen Farbformen entstanden.
Der Rotanteil in den Augen der Tiere ist von Linie zu Linie, allerdings auch bei Geschwistern sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Ebenfalls hängt die Rotfärbung der Augen von Albinos auch vom Alter der Tiere ab.
Bei der Aufzucht ist kein unterschied im Wachstum der einzelnen Farbformen oder Zeichnungsformen erkennbar. Nur Tiere aus den Linien Giant und Super Giant wachsen stärker. Man kann Giants bereits sehr früh mit geübtem Auge von „normalen“ Leopardgeckos unterscheiden. Bereits kurz nach dem Schlupf besitzen Giants gegenüber normalen Leopardgeckos einen längeren Körper und einen längeren Schwanz. Die Tiere wirken lang gestreckt und etwas mager. Die Super Giants sind eine besondere Linienzuchtform, die Original Zuchtlinie dieser Tiere wird die Elch-Linie genannt.
Super Giants werden noch größer und kräftiger als die normalen Giants, entwickeln sich aber erst später. Super Giants können in den ersten 12 Monaten ein Gewicht um die 100 Gramm erreichen. Tiere aus diesen Zuchtlinien erreichen bis zu 28,0 cm Länge. Super Giants legen etwa ab einer Größe von 24cm nochmals stark an Körpermasse zu was den Körperbau betrifft. Ab etwa 20cm Länge wirken diese Tiere im vergleich zu normalen Leopardgeckos um ein vielfaches kräftiger vom Körperbau.
Dies ganze zusammengefasst bedeutet letztendlich, dass man etwa 12 Monate Zeit benötigt, um das Zuchtergebnis ausreichend bewerten zu können. Um von einer Linienzucht sprechen zu können sollte man mindestens 4 bis 5 Generationen der gewünschten Tiere gezüchtet haben.
Das geplante Züchten, unter Berücksichtigung von Erbanlagen und einer genauen Vorkenntnis, sowie der Möglichkeit das Resultat bereits im Vorfeld zu kennen bedeutet Linienzucht.
Trotz des ganzen Wissens benötigt jeder Züchter auch viel Glück. Gerade dieses Glück lässt sich aber nicht beeinflussen. Viele Farbformen und Zeichnungsformen basieren auf dem Glück der Züchter die diese Mutation erkannt haben und denen es möglich war diese auch zu festigen.
Züchten und Züchten, zwischen diesen beiden Worten besteht ein großer unterschied. Das Züchten was viele als solches bezeichnen ist letztendlich nur ein Vermehren von Tieren.
Das Team von Leopardgecko.info bedankt sich bei Ron Tremper für die zu Verfügung gestellten Bilder
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